A&R – 3: Mein Fetisch und ich sind nicht erwünscht (Joshua)

Im Jahr 2023 wagte ich endlich den Schritt, meinen Fetisch öffentlich zu leben. Virtuell in verschiedenen Fetisch Clubs fand ich zunächst Verbindungen. Doch selbst ein scheinbar starker Mann wie ich kann von Ängsten und Depressionen geplagt werden, was mir es schwer macht Leute live zu begegnen.

In dieser neuen Welt lernte ich viele großartige Menschen kennen – aus Stuttgart, Frankfurt, München und sogar Hamburg. Ein Gefühl von Freiheit und Wohlbefinden ergriff mich wie nie zuvor.

Auf Plattformen wie Romeo machte ich meinen Fetisch sichtbar, fand Menschen zum Austausch. Alles lief gut bis zu jenem Tag im August.

Eine entsetzliche Beleidigung traf mich unerwartet. Mein Äußeres wurde verunglimpft, mir wurde abgesprochen, etwas mit Fetisch oder Kinks zu tun zu haben. Die Drohungen erreichten eine beängstigende Ebene, indem mir körperliche Gewalt angedroht wurde, sollte ich auf einer Veranstaltung auftauchen.

Nach dieser Nachricht brach eine Welle der Angst über mich herein. Mein Freiheitsgefühl verflog, Sicherheit wich Unsicherheit. Ich fühlte mich in meiner Substanz angegriffen und fürchtete um meine Sicherheit. Bis heute kann ich diese Erfahrung nicht vollständig verarbeiten.

Trotz meiner Anzeige und Meldung an die Plattform wurde der Fall von der Polizei eingestellt. Der bearbeitende Polizist zeigte zwar viel Mühe und Einfühlungsvermögen, dennoch blieb eine Leere zurück.

Heute weiß ich, dass man Nachrichten nicht überbewerten sollte. Doch diese spezielle Nachricht verfolgt mich noch immer. Es bedrückt mich, dass jemand, der selbst Fetisch trägt, einem anderen dieses Recht absprechen und mit Gewalt drohen will, nur weil es nicht in seine Vorstellungen passt.

Klickt hier um Joshuas Insta zu besuchen. (Es gelten die AGB und DSE von Meta)

Gerrys Ergänzung

Auch das habe ich in meiner Zeit im Fetisch-Bereich oft gehört: Man selbst ist, wegen optischer Wunschvorstellungen, nicht erwünscht oder der eigene Fetisch ist für andere zu befremdlich. Auch die Geschichte dieses kleinen Lichts zeigt sehr gut ein Kernproblem unserer Communitys auf.
Wir schreien nach Toleranz und Anerkennung, sind aber oft nicht gewillt, diese auch zur Verfügung zu stellen. Widerspricht sich das nicht irgendwie?

Und was in den letzten Jahren auch sehr an Fahrt aufgenommen, Leute, die nicht ins eigene Weltbild passen, zu bedrohen. Oft virtuell. Immer öfter auch auf das reale Leben eines Menschen bezogen. Das ist absolut inakzeptabel.

Ich verstehe an dieser Stelle auch, dass die Erfahrung mit der Polizei nicht befriedigend war. Aber leider kann diese auch nicht alles verfolgen, was natürlich schade ist. Aber dennoch:

Gerry

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